Ein interaktiver Artikel

Zum besseren Verständnis muß ich die geneigten Leser leider einmal auf wikipedia schicken, zum „summit policing“ googlen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Summit_policing)

Damit sind wir dann alle auf demselben Wissenstand.

Wie dann gerade gelesen, ist ein Teil des summit policing, eine entsprechende Medienkampagne zu starten.
So auch in Hamburg geschehen, mit den vermeintlich 8000 gewaltbereiten Linksautonomen. Dies wurde verschiedentlich ab Mai in allen relevanten Medien plaziert. Auch die BILD titelte im Mai mit „LKA rechnet mit 8000 gewaltbereiten Linksradikalen aus ganz Europa“.
Am Rande bemerkt: im Zusammenhang mit diesen Zahlen wunderten mich zwei Dinge: am Mittwoch vor der „Welcome to hell“-Demo wurde diese Zahl polizeiseitig deutlich nach unten korrigiert, um dann am Donnerstag wieder brav bei 8000 zu sein. Zum anderen: es ist nach dem, was passiert ist, sehr deutlich, daß exakte Zahlen vorgelegen haben müssen. Bei tatsächlich angenommenen 8000 wäre die Stadt verbrannt, was auch die Verantwortlichen gewußt hätten und den Gipfel in dieser Form nicht hätten stattfinden lassen können.
Es wurde also bewußt unter den Bürgern der eigenen Stadt Angst geschürt.

Und dies mit Erfolg.
Viele Geschäfte blieben geschlossen, Menschen nahmen oder bekamen Urlaub.
Alle, die noch in der Stadt waren, merkten dies schon am Montag, spätestens am Dienstag – die Stadt war so leer! Sitzplätze in der S-Bahn zur Hauptverkehrszeit…Der Rest, der arbeiten mußte, machte gerne auch Überstunden, weil ab Donnerstag der Verkehr zum erliegen kam.
Und das kostet Geld! Jeden einzelnen Betrieb.

Die derzeitige Diskussion, daß die Demokratie sich nicht durch die Gewalttäter vorschreiben lassen darf, wo eine Veranstaltung stattfindet, greift in meinen Augen etwas sehr kurz.
Sicherlich ist dies ein Argument. Fakt ist aber auch, daß dieser Gipfel eine Großstadt für fast eine Woche komplett lahmgelegt hat. Den wirtschaftlichen Schaden wird man wahrscheinlich nie ermessen können, da die geleisteten Überstunden, gewährten Sonderurlaube und Verdienstausfälle nirgends als G20-Kosten erfaßt werden.
Auch in diesem Bereich fand kein demokratischer Diskurs statt.
Eine Institution, die hier gefragt wäre, sowohl durch Taten als auch durch mediale Unterstützung mit den selbst erhobenen tatsächlichen Kosten – Handelskammer Hamburg – glänzt durch Abwesenheit.

 

Man könnte den Spieß auch umdrehen und fragen, ob es einer Demokratie würdig ist, wenn so mit den eigenen Bürgern verfahren wird.

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